Doping-Affäre: IAAF Weltverband sperrt russische Leichtathleten für Olympische Spiele

Doping-Affäre: IAAF Weltverband sperrt russische Leichtathleten für Olympische Spiele
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Die Strafe folgt auf dem Fuß, IAAF Weltverband sperrt russische Leichtathleten für die Olympischen Spiele.

Doping-Affäre: IAAF Weltverband sperrt russische Leichtathleten für Olympische Spiele

Doping-Affäre IAAF sperrt Russland für die Olympischen Spiele 2016 in Rio

Russische Leichtathleten dürfen vorerst nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen. Das bestätigte der Leichtathletik-Weltverband IAAF. Der russische Sportminister reagierte darauf sehr verärgert und kündigt Konsequenzen an.

Doping-Affäre IAAF Weltverband sperrt russische Leichtathleten für Olympische Spiele IAAF sperrt Russlands Leichtathleten für Olympia 2016 in RioDer Leichtathletik-Weltverband IAAF hat die Sperre der russischen Leichtathleten auf unbestimmte Zeit verlängert. Das bestätigte IAAF-Präsident Sebastian Coe. Damit ist eine Teilnahme der Sportler an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen.

Russlands Sportminister Witalij Mutko sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, er hoffe, das Internationale Olympische Komitee (IOC) werde die Sperre aufheben. “Wir sind verärgert. Unschuldige Menschen wurden wegen schuldiger bestraft”, sagte er demnach.

Russlands Leichtathleten waren im November des vergangenen Jahres von der IAAF gesperrt worden, nachdem die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada in einem 323-seitigen Bericht Beweise für einen flächendeckenden, systematischen Betrug vorgelegt hatte. Demnach waren viele Erfolge russischer Leichtathleten das Ergebnis von Doping, der Vertuschung positiver Kontrollen sowie Korruption.

Die IAAF hatte Russland eine Liste mit Reformen an die Hand gegeben, die Sportminister Mutko versprach umzusetzen. Zuletzt hatte Präsident Coe von “Fortschritten” gesprochen, die Wada kam jedoch in ihrem jüngsten Bericht zu einem anderen Schluss. Demnach seien von Februar bis Mai dieses Jahres insgesamt 736 geplante Dopingproben aus unterschiedlichen Gründen nicht durchgeführt worden. Zudem berichtete die Wada von eklatanten Versäumnissen vieler Athleten bei der Angabe des Aufenthaltsorts.

Russland kündigt Reaktion an
“Der Ausschluss der WFLA war eine zu erwartende Entscheidung. Es war zu vermuten. Wir werden darauf reagieren”, kündigte Russlands Sportminister Witali Mutko an.

Die Entscheidung der 24 anwesenden Council-Mitglieder fiel auf Grundlage und Empfehlung einer von der IAAF eingesetzten Taskforce, die die Reformfortschritte in Russland seit Januar überwacht hat.

Der völlige Ausschluss eines Verbandes ist laut Regel 45 im Ethik-Code des Weltverbandes bei gravierenden Verstößen gegen Anti-Doping-Regularien zulässig.

Keine Gnade für Stabhochsprung-Überfliegerin Jelena Issinbajewa und die skandalumwitterten russischen Leichtathleten: Die Läufer, Springer und Werfer der stolzen Sportnation dürfen nach den zahlreichen Dopingskandalen nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen. Das Council des Weltverbandes IAAF verlängerte die seit November 2015 wirksame Suspendierung des nationalen Verbandes WFLA. „Das russische Anti-Doping-System ist frühestens in 18 bis 24 Monaten wieder regelkonform“, teilte die IAAF am Abend mit. Allerdings öffnete das Council auch eine Hintertür für nachweislich saubere Athleten: Der Olympia-Start einzelner Sportler unter neutraler Flagge sei möglich, sagte der Norweger Rune Andersen, der Chef der IAAF-Taskforce zur Beobachtung der russischen Reformfortschritte. Auch darüber dürften IAAF und das Internationale Olympische Komitee am kommenden Dienstag auf dem IOC-Summit in Lausanne reden. IAAF-Präsident Sebastian Coe sprach nach der einstimmigen Entscheidung der 24 Council-Mitglieder von einer „machtvollen Botschaft“.

Quelle. Spiegel.de